Kinder hören Rauchmelder oft nicht

27 von 34 Kindern sind durch den Alarm von handelsüblichen Rauchmeldern bei einem Test an der Universität Dundee nicht aufgewacht. Die Ursache: Eine falsche Frequenz. Ein neuer Alarm, der aktuell getestet wird, könnte Abhilfe schaffen.

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In so ziemlich jedem deutschen Haushalt hängen sie mittlerweile an der Decke: Rauchmelder. In den meisten Bundesländern ist der Einbau in den letzten Jahren sogar zur Pflicht geworden. Schottische Forscher haben jedoch herausgefunden, dass das, was wir da routiniert an die Decke schrauben, nicht für alle Mitglieder unserer Haushalte hilfreich ist.

Kinder reagieren nicht auf Töne der gängigen Frequenz

Die bisherigen Tests des schottischen Forscherteams haben gezeigt, dass Erwachsene und Kinder auf Töne im Schlaf unterschiedlich reagieren. Bei Erwachsenen sind die herkömmlichen Feuermelder hocheffektiv, sie wachen schnell auf. Bei Kindern bis 16 Jahren sieht es aber anders aus – sie ignorieren den Alarm häufig und schlafen einfach weiter.

Entsprechend kommt es immer wieder vor, dass schlafende Kinder bei Feuerausbruch zu spät aufwachen. Das mussten auch Feuerwehrleute aus Derbyshire erleben: 2012 starben bei einem Brand sechs Kinder, weil sie das Feuer zu spät bemerkten. Die Feuerwehrmänner konnten sie nicht mehr retten. Aus diesem Grund kooperiert die Feuerwehr Derbyshire seit 2013 mit den Wissenschaftlern der Universität Dundee – denn wache Kinder können selbst aktiv werden und sind für die Feuerwehrmänner leichter zu retten.

Kinder müssen künstliche Alarmtöne erst kennenlernen

Das Forscherteam um Professorin Niamh Nic Daeid vermutet, dass es in der menschlichen Evolution liegt, dass Kinder von den Alarmen nicht aufwachen. Das Gehirn lerne erst mit der Zeit, künstliche Alarmsignale wie das Piepen von Rauchmeldern als Warnung vor Gefahr zu interpretieren. Manche Kinder reagieren daher besser auf natürliche Geräusche oder menschliche Stimmen.

Auf der Suche nach dem richtigen Sound

Das schottische Forscherteam hat daher in den letzten Jahren mit Tönen experimentiert, um herauszufinden, wie ein Alarm klingen muss, auf den auch schlafende Kinder zuverlässig reagieren. Sie haben einen Alarm entwickelt, der zunächst einen Signalton mit einer Frequenz von 520 Hz ertönen lässt. Darauf folgt eine Sprachansage. Wie das dann klingt, zeigt folgendes Video der BBC ab der zweiundvierzigsten Sekunde:

Video

In ersten Tests scheint die Kombination von Niedrigfrequenz-Signalen und einer menschlichen Stimme sehr effektiv. Eine umfangreiche Studie wird nun zeigen, ob die Forscher damit einen neuen, kinderfreundlichen Alarm entwickeln konnten, der mehr Sicherheit für die ganze Familie mit sich bringt. Und der kommt dann hoffentlich auch schnell auf den Markt, damit alle Beteiligten wieder ruhig schlafen können.